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Bei den Bentheimer Landschafen handelt es sich um eine alte regionale Schafrasse, die aus der Kreuzung von schlichtwolligem Marschschaf aus der Provinz Drenthe/ Niederlande mit Heideschaf entstanden ist. Sie ist vorwiegend im westlichen Niedersachsen mit dem Haltungsschwerpunkt Grafschaft Bentheim/ Emsland verbreitet.
(Foto Tierpark: Exkursion im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung in das durch den Tierpark Nordhorn betreute NSG Tillenberge)
Erste Hinweise auf Bentheimer Landschafe “... zwar nicht dem Namen, aber doch dem Typ nach finden sich bei May (1668). Er beschreibt das >>gewöhnliche Deutsche Schaf>>, ... An anderer Stelle wird bei Herter und Wilsdorf (1918) das sogenannte Bentheimer Schaf erwähnt. Dennoch scheint es beim Bentheimer vor 1918 noch nicht um eine fest umrissene Rasse gehandelt haben. ... (Sambraus 1994). Klaus Gerdes, Zuchtleiter des Landesschafzuchtverbandes Weser- Ems schreibt 1995 in einem Artikel der Zeitschrift Deutschen Schafzucht: „Die züchterische Bearbeitung dieser Rasse erfolgte seit 1934. Man hatte frühzeitig erkannt, daß das Bentheimer Landschaf zwar ähnlich anspruchslos ist wie die Heidschnucke, daß es aber seine volle Leistungsfähigkeit dann erbringt, wenn ihm neben Heide- und Moorflächen auch qualitativ besseres Futter angeboten wird. ...“
Die Bestandsentwicklung der Rasse im Bereich Weser- Ems:
Jahr/ Betriebe/ Zuchttiere
1965 68
1970 3 50
1980 9 81
1985 11 205
1991 21 471
1995 21 677
1999 40 975
2002 39 958
2003 32 1040 (990 weiblich/50 männlich)
(Foto Kämmerling 2001: Zuchtbock Pedro vom Tierpark Nordhorn)
Das Bentheimer Landschaf gehört trotz der erfreulichen Bestandsentwicklung der letzten Jahre zu den vom Aussterben bedrohten Schafrassen, die Zucht dieser Rasse wird vom Land Niedersachsen mit einer Zuchterhaltungsprämie gefördert. 1970 gab es nur noch 3 Zuchtbetriebe mit 50 Herdbuchtieren. Der Bestand an eingetragenen Herdbuchtieren hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt und lag bundesweit im Jahr 2004 bei rund 2.600 weiblichen und rund 120 männlichen Tieren in 80 Betrieben.
2005 erklärte die Gesellschafft zur Erhaltung alter Haustierrassen (GEH) das Bentheimer Landschaf zur "Bedrohten Nutztierrasse des Jahres 2005". Durch die massive Öffentlichkeitsarbeit u.a. während der Grünen Woche in Berlin konnten neue Zuchtbetriebe für das Bentheimer Landschaf gefunden werden.
Seit 1995 findet jährlich am letzten Samstag im Juli an der Reithalle in Uelsen eine Körung und Auktion der Bentheimer Landschafe statt. Züchter aus dem hannoverschen, rheinländischen, brandenburgischen und westfälischen Zuchtgebiet beteiligten sich in den letzten Jahren an der „Elite- Auktion“.
Im Ursprungsgebiet Grafschaft Bentheim sind 20 der insgesamt rund 40 Herdbuchbetriebe aus Weser- Ems angesiedelt. Davon sind mehrere Betriebe in der Landschaftspflege tätig.
Naturschutzgebiete in der Grafschaft Bentheim, die durch Bentheimer Landschafe beweidet werden:
Bezeichnung der Flächen/ Fläche/ Beweidung durch:
- Naturschutzgebiet „Tillenberge“ ca. 25 ha Tierpark Nordhorn
- Naturschutzgebiet „Itterbecker Heide“ ca. 40 ha Heinz - Johann Zwafink, Uelsen
- Naturdenkmal „Spöllberg“ 5 ha Hof Blekker, Uelsen
- Naturdenkmal „Negenberge Gölenkamp“ 2 ha Hof Blekker, Uelsen
- Naturdenkmal „Sövenpölle Getelo“ 2 ha Hof Blekker, Uelsen
- Naturdenkmal „Brünas Heide“ 5 ha Heinz- Johann Zwafink, Uelsen
- Naturdenkmal „Rolinks Tannen“ 7 ha Tierpark Nordhorn
- Naturdenkmal „Vechtealtarme Hesepe“ 11 ha Tierpark Nordhorn
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